Kinder und Jugendliche

Ängste
  • Trennungsangst
  • Phobien (z.B. Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische Phobien)
  • Panikstörung
  • Generalisierte Angststörung
  • Etc.

Ängste sind Bestandteil der kindlichen Entwicklung und typisch für den jeweiligen Entwicklungsstand eines Kindes (z.B. Fremdeln, Angst vor imaginären Wesen, Angst vor Dunkelheit). Wenn Ängste jedoch so stark ausgeprägt sind, dass eine normale Alltagsbewältigung nicht mehr möglich ist (z.B. Schulverweigerung), sind sie als behandlungsbedürftig anzusehen. Je früher eine Therapie der Angstsymptomatik ansetzt, umso besser ist sie behandelbar. Der Einbezug der Eltern in die psychologische Behandlung des Kindes ist essentiell, um das Kind auch zu Hause bestmöglich unterstützen zu können. 

"Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt." (Ingmar Bergmann)

Begleitung bei Übergängen und Veränderungen
  • Geschwisterrivalität
  • Schulbeginn
  • Pubertät (Ablösung vom Elternhaus, Identitätsfindung, erste Paarbeziehung, etc.)
  • Eintritt ins Berufsleben
  • Zukunftsplanung
  • Etc.
Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben diverse Entwicklungsphasen (sogenannte "normative Übergänge"). Vor allem wenn mehrere Entwicklungsaufgaben gleichzeitig zu bewältigen sind, können diese krisenhaften Charakter annehmen. In solchen Situationen können psychologische Gespräche einen entlastenden und problemlösungsorientierten Effekt haben.
 
"Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: "Wurzeln und Flügel." (J.W. von Goethe)
Chronische körperliche Erkrankungen
  • Begleitung vor und nach Organtransplantationen
  • Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Niereninsuffizienz (z.B. Dialyse)
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Tumorerkrankungen
  • Chronische Schmerzen (z.B. Rückenschmerzen)
  • Etc.
Eine chronische Erkrankung betrifft nicht nur den Patienten, sondern die gesamte Familie. Die Ungewissheit hinsichtlich des Krankheitsverlaufs, Nebenwirkungen der Medikamente und der medizinischen Behandlungen sowie die Gewissheit notwendiger lebenslanger ärztlicher Kontrolltermine machen einen unbeschwerten Alltag unmöglich. Zudem haben chronische Erkrankungen bei Kindern oftmals Entwicklungsverzögerungen (kognitiv, motorisch und/oder sprachlich) zur Folge. Generell fällt es Eltern chronisch kranker Kinder schwerer, in der Erziehung konsequent zu sein. Das führt dazu, dass die Kinder versuchen, ihre Grenzen immer mehr auszuweiten. Im Rahmen psychologischer Gespräche werden die Eltern hinsichtlich ihrer Erziehungskompetenz gestärkt sowie hinsichtlich des Umgangs mit der Erkrankung ihres Kindes.
 
Verglichen mit anderen Lebensabschnitten hält der Zeitraum des Jugendalters die größten zu bewältigenden Anforderungen bereit (Ablösung vom Elternhaus, Treffen einer Entscheidung für einen Bildungsweg, Eingehen von Liebesbeziehungen, etc.). Eltern chronisch kranker Jugendlicher tendieren oftmals zu Überbehütung. Dadurch fällt es den jugendlichen Patienten schwer, einen eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Erkrankung zu erwerben. Wissensvermittlung betreffend der Erkrankung sowie psychologische Unterstützung können jugendlichen Patienten zu einem effektiven Krankheitsmanagement verhelfen.
 
"Gott gebe mir die Weisheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Chr.F. Oetinger)
 
Entspannung
  • Progressive Muskelentspannung
  • Autogenes Training
  • Körperwahrnehmungsübungen
  • Achtsamkeitsübungen
  • Imaginationsverfahren
  • Phantasiereisen
  • Atemübungen
  • Etc.

Bereits Kinder haben mit den Folgen von immer größer werdendem Leistungsdruck und Freizeitstress zu kämpfen. Durch die regelmäßige Anwendung von Entspannungsverfahren können sie lernen, ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen und schneller darauf zu reagieren. Die Durchführung der psychologisch fundierten Entspannungsverfahren erfolgt angepasst an das jeweilige Alter des Kindes im Einzelsetting.

"Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet ist es umsonst, sie anderswo zu suchen." (F. de La Rochefoucauld)

Erziehungsberatung
  • Oppositionelles Verhalten
  • Aggressivität
  • Wutausbrüche
  • Sozialer Rückzug
  • Erhöhte Sensibilität
  • Etc.

Kinder brauchen Grenzen, an denen sie sich orientieren können und die ihnen Halt geben. Eine inkonsequente Erziehung (d.h. wenn Löcher in den Grenzen entstehen) führt dazu, dass ein Kind stetig bemüht ist, diese zu erweitern. Dabei ist es wichtig, dass beide Eltern am selben Strang ziehen, sonst wird das Kind versuchen, sie gegeneinander auszuspielen, um seine Wünsche durchzusetzen. In gemeinsamen Gesprächen wird herausgefunden, was hinter den Verhaltensauffälligkeiten des Kindes steckt und wie Sie als Eltern effektiv damit umgehen können.

"Man kann seine Kinder noch so gut erziehen, sie machen einem doch alles nach." (Autor unbekannt)

Psychosomatische Beschwerden
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Einnässen, Einkoten
  • Tics
  • Schlafstörungen
  • Etc.

Wenn negative Gefühle über längere Zeit hinweg auf einer Kinderseele lasten, kann dies dazu führen, dass sich die psychische Not des Kindes anhand körperlicher Symptome ausdrückt. So treten z.B. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder nächtliches Einnässen auf, die nicht (ausschließlich) körperlich erklärt werden können. Es ist wichtig, so früh wie möglich auf Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes oder Jugendlichen zu reagieren. An erster Stelle stehen umfassende medizinische Untersuchungen, um eine körperliche Erkrankung ausschließen zu können. Danach kann im Rahmen psychologischer Termine der Ursache für die Beschwerden auf den Grund gegangen und an einer Linderung der Symptomatik gearbeitet werden. Meist sind es mehrere Faktoren (Stress, Ängste, belastende Umweltfaktoren, etc.), die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychosomatischer Beschwerden zusammen spielen. Daher ist der Einbezug der Eltern sowie des engen Umfelds des Kindes sinnvoll.

"Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen." (Platon)

Schul- und Leistungsprobleme
  • Unterstützung bei der Lernorganisation
  • Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schullaufbahnberatung
  • Etc.

Schulprobleme können in Über- oder Unterforderung des Kindes bzw. Jugendlichen begründet sein. Im Rahmen einer psychologischen Leistungs- und Konzentrationsdiagnostik (erfolgt derzeit extern) können die individuellen Fähigkeiten eruiert sowie Empfehlungen für die Lernorganisation oder weiterführender Therapieangebote gegeben werden. Bei Ungewissheit die weitere Schullaufbahn oder Berufsausbildung betreffend können psychologische Gespräche zu einer Orientierung beitragen.

"Wenn wir an einem Kind etwas ändern wollen, sollten wir zuerst prüfen, ob es sich nicht um etwas handelt, das wir an uns ändern müssen." (C.G. Jung) 

Trauer und Tod

Wenn ein Angehöriger schwer erkrankt ist bzw. stirbt, herrscht oftmals Unsicherheit, wie mit dem Kind darüber kommuniziert werden soll. Im Rahmen klinisch-psychologischer Gespräche werden Bezugspersonen darin unterstützt, das Kind altersentsprechend auf einen Krankenhausbesuch bzw. ein Begräbnis vorzubereiten und es in Verabschiedungsrituale mitein zu beziehen. Klinisch-psychologische Gespräche bieten für das Kind einen Raum, Gefühle wie Trauer, Wut oder Schuld anzusprechen und ausdrücken zu dürfen.

"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt." (Bertolt Brecht)

Trennung und Scheidung
  • Altersangepasste Erklärungsmodelle zum Thema Trennung/Scheidung
  • Unterstützung bei der Reorganisation des Alltags
  • Umgang mit negativen Gefühlen (Trauer, Angst, Ärger, Schuldgefühle, etc.)
  • Stiefelternschaft
  • Etc.

Eine Trennung der Eltern ist für Kinder immer eine psychische Ausnahmesituation. Viele Kinder entwickeln diverse Ängste (z.B. den anderen Elternteil nie wieder zu sehen) oder Schuldgefühle, auf die die Eltern aus Unwissenheit oder eigenen Bemühungen um eine gelungene Neuorientierung oftmals nicht adäquat reagieren können. Im Rahmen psychologischer Gespräche kann Trauer um den Verlust der gemeinsamen Familie Platz geschaffen und ein Umgang mit der neuen Situation erlernt werden. Dies betrifft auch die Akzeptanz neuer Lebenspartner der Eltern.

"Der Riss, der die Eltern trennt, geht meistens auch durch die Herzen der Kinder." (F. Spielhagen)